Kursfahrt zur Fazenda da Esperança – Eine besondere Erfahrung

In diesem Jahr hatten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, an einer Kursfahrt Religion in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Rietberg zur Fazenda da Esperança teilzunehmen. Die Fazenda ist ein Hof, auf dem ehemalige Drogenabhängige leben und arbeiten, um wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Dort arbeiten sie in der Landwirtschaft, kümmern sich um Tiere, kochen gemeinsam und halten den Hof instand. Ziel ist es, durch Struktur, Gemeinschaft, Arbeit und Glaube neue Perspektiven zu schaffen.

Während ihres Aufenthalts bekamen unsere Schülerinnen und Schüler einen Einblick in diesen besonderen Alltag. Sie halfen in verschiedenen Bereichen mit, arbeiteten im Stall, versorgten die Tiere, halfen bei der Gartenarbeit und packten in der Küche mit an. Besonders beeindruckend waren die Gespräche mit den Bewohnern der Fazenda. Viele erzählten offen von ihrem bisherigen Leben, ihren Herausforderungen und wie sie es geschafft haben, mit Unterstützung von Gemeinschaft und Glauben den Weg in ein neues Leben einzuschlagen. Diese Begegnungen machten die Kursfahrt zu einer ganz besonderen Erfahrung, die weit über das bloße Mithelfen hinausging.

Jeder Tag auf der Fazenda stand unter einem bestimmten Motto, das zum Nachdenken anregte und die persönliche Entwicklung förderte. Ein Beispiel dafür war: „Mit Beharrlichkeit Herausforderungen überwinden“, das verdeutlichte, wie wichtig es ist, trotz Schwierigkeiten nicht aufzugeben. Diese Leitgedanken wurden nicht nur in der Arbeit aufgegriffen, sondern auch in den täglichen Andachten am Morgen und Abend vertieft. Die Bewohner und Gäste der Fazenda kamen dabei zusammen, um gemeinsam zu beten, in der Bibel zu lesen und über ihre Gedanken und Erfahrungen zu sprechen. Diese Momente der Stille und Besinnung gaben den Tagen eine besondere Bedeutung und halfen, Kraft für die anstehenden Aufgaben zu schöpfen.

Neben der Zeit auf der Fazenda besuchte die Gruppe auch die Gedenkstätte Plötzensee in Berlin. Dieser Ort erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an die Männer und Frauen des deutschen Widerstands, die dort hingerichtet wurden. Der Besuch war eine eindrucksvolle und bewegende Erfahrung, die allen die Bedeutung von Freiheit, Gerechtigkeit und Zivilcourage vor Augen führte. Viele Schülerinnen und Schüler empfanden den stillen Gedenkort als besonders eindrucksvoll und nahmen die Gelegenheit wahr, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Auch die Abende auf der Fazenda hinterließen einen bleibenden Eindruck. Oft kamen alle zusammen, um gemeinsam zu essen, zu singen oder sich über das Erlebte auszutauschen. Viele Schülerinnen und Schüler sagten nach der Fahrt, dass sie nicht nur viel über das Leben auf einem Selbstversorgerhof gelernt haben, sondern auch darüber, wie wichtig Zusammenhalt, Glaube und zweite Chancen sind.

Die Kursfahrt zur Fazenda da Esperança war für alle eine bereichernde Erfahrung. Sie hat gezeigt, wie wertvoll es ist, Verantwortung zu übernehmen, als Team zusammenzuarbeiten und neue Perspektiven kennenzulernen. Es war eine Fahrt, die nicht nur Einblicke in einen besonderen Lebensort ermöglichte, sondern auch viele persönliche Eindrücke hinterlassen hat.

Bericht: Mila, Marleen, Alissa, Helena (Teilnehmerinnen, Klasse 9)

Fotos: T. Forthaus

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